Lifestyle

Reiß dich doch einfach zusammen

Was nun? Zusammenreißen oder aus dem Hamsterrad ausbrechen?

„Das Leben ist kein Ponyhof“, sagt man. „Reiß dich doch zusammen“, lautet häufig der Rat. Wenn es gerade nicht rundläuft, bist du selbst schuld. In gewisser Weise stimmt das sogar. Jeder von uns trifft täglich unzählige kleine Entscheidungen, die sich über Monate und Jahre zu einem großen Gesamtbild addieren.

Trotzdem stehe ich jetzt wieder an einem Punkt, an dem die nächsten Entscheidungen nicht nur Tragweite haben – sie könnten mich die Existenz kosten. Die Frage, die mich umtreibt, lautet: Will ich weiter in diesem Hamsterrad existieren oder will ich endlich leben?

Mein Alltag besteht momentan aus Arbeiten als Hotlinetante (Punching-Ball für die Frustrierten dieser Welt), einem alten Hund, den ich über alles liebe und der mich braucht, sowie den Basics: essen, schlafen, durchhalten. Das Budget für die Küche ist eng. Ich spare, wo es geht, weil Tyas Behandlung ansteht und bald die Jahresabrechnungen für Betriebskosten, Gas und Strom ins Haus flattern.

Ich fühle mich wie eine Ratte in der Lebendfalle. Ich will raus. Dringend.

Was tun?

Mein Plan für den Anfang ist bescheiden, aber machbar: kleine Freiräume schaffen. Ein langer Spaziergang ohne Tya, eine Fahrt mit der Straßenbahn nach Hattingen, vielleicht ein neues Möbelstück, das mir das Gefühl gibt, mein Zuhause ein kleines bisschen schöner zu machen. Heute Nachmittag gehe ich auf die Suche nach einem Sessel fürs Schlafzimmer – etwas, in das ich mich einfach fallen lassen kann.

Ein Blick aufs Konto ernüchtert schnell: Miete, Versicherungsbeitrag und Hostingkosten sind schon abgebucht. Ein Dauerauftrag läuft noch, der nächste Lohn kommt erst nach Ostern. Es wird knapp.

Am Wochenende ist Ostern. Ich feiere es nicht wirklich. Hier stehen nur zwei kleine Porzellan-Osterhasen, und auf dem Balkon blühen ein paar Blumen. Man könnte sagen, ich habe den Rest an Glauben verloren. Die Lage ist nicht fatal, aber auch alles andere als komfortabel.

Wie schafft ihr euch Freiräume, wenn alles eng wird?

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