Schlafende Tya auf dem Teppich
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Ein Tagesbeginn

Heute ist Sonntag und Tya hat mich kurz vor halb sechs Uhr geweckt. Wenigstens durfte ich noch einen ersten Kaffee trinken, bis wir unsere erste Runde durch Bärendorf gemacht haben. Es war noch dunkel und der Vollmond stand noch hoch am Himmel.

Nach ungefähr fünfundvierzig Minuten waren wir wieder zuhause. Tya hat sich ein Leckerli geholt und dann beschlossen weiterzuschlafen. Sie liegt jetzt auf dem Teppich neben meinem Bett und schläft tief und fest. Gerade eben habe ich ein Foto gemacht und sie hat es nicht bemerkt.

Ich habe den Tag dann mit frisch aufgebackenen Brötchen begonnen und einem heißen Kaffee. Noch vor dem letzten Schluck habe ich überlegt, was ich heute machen könnte. Ein aufgegebenes Manuskript wieder herausholen und versuchen doch noch etwas lesbares daraus zu machen? Einfach faulenzen? Tatsächlich traue ich mich nicht mehr an mein eigenes Werk heran. Ich habe versucht es als Kapitelblog zu veröffentlichen, fand keine Leser. Habe es gelöscht und neu begonnen aus einer anderen Erzählperspektive. Wieder gescheitert. Vielleicht bin ich einfach keine gute Autorin. Oder vielleicht habe ich zu früh aufgegeben?

Ich hatte da mal einen Traum, der mich bis heute nicht wirklich losgelassen hat. Diese kleine, dünne Stimme meldet sich immer noch von Zeit zu Zeit. Es begann damals mit Mushing George, heute heißt er Sanluz de Montarroyo (Lichtheiligtum am Bergrücken).

Oft heißt es „Lebe deinen Traum“. Okay, ich mache mir noch einen Tee und dann wage ich mich an den ersten Absatz, nur einen. Und Duolingo wartet auf mich.

Die Sonne ist aufgegangen.

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