-
Schmerz – und wie ein einziger Spaziergang alles verändert
Die Lage Heute ist Sonntag. Ich habe etwas getan, das ich schon lange nicht mehr gemacht habe: eine Runde ohne meinen Hund. Einfach nur ich, meine Schritte und die Stille. Ich musste mir die Füße vertreten, frische Luft in die Lunge saugen und endlich wieder klar denken. Schon nach ein paar hundert Metern spürte ich, wie die Anspannung nachließ. Und dann geschah das Wunder: Die stechenden Schmerzen in meiner rechten Schulter, die mich seit Monaten quälen, wurden leiser. Nach gerade einmal einem Kilometer waren sie komplett verschwunden. Es klingt fast zu einfach, oder? Dabei ist dieser Schmerz kein Zufall. Er ist der tägliche Begleiter eines Lebens, das meinen Körper an…
-
Fernstudium – ja oder nein
Fernstudium oder Schreiben? Kennst du dieses Gefühl? Du scrollst abends durch irgendwelche Weiterbildungsportale, siehst einen Kurs wie „Grundlagen kaufmännisches Wissen“, denkst kurz „Könnte ja nützlich sein“, und im nächsten Moment trifft dich die Erkenntnis wie der Sprühregen eines sich wild schüttelnden, nassen Hundes: Das ist nicht mein Weg. Das ist der Weg von jemand anderem. Von der Version von mir, die noch glaubt, man müsse sich mit Zertifikaten hochhangeln, um endlich ernst genommen zu werden. Aber ich bin keine Sachbearbeiterin in spe. Ich bin die Hotlinetante ohne Befugnisse – und vor allem: Ich will viel mehr schreiben als Telefonate führen. Ein Fernstudium bringt mich nicht aus dem Hamsterrad. Letzte Woche…
-
Leseprobe – Isabella Hartmann
Ein Tagebuch 11. Januar 2025 Samstag, 22:00 Uhr, Bett, frisch bezogen Hab heute nur das Nötigste gemacht. Gesaugt, bis der Staubsauger wieder rumgejault hat wie ein kranker Hund. Bad geputzt, Spiegel blank, Fliesen nass gewischt, sogar die Fugen mit alter Zahnbürste bearbeitet, weil der Schimmel da schon wieder schwarz wurde. Danach einkaufen: Linsen, Kokosmilch, Zwiebeln, Knoblauch, Currypaste aus dem Glas, Reis. Hab Linsencurry gekocht, scharf, mit viel Koriander aus der kleinen Plastikpackung. Es riecht gut. Schmeckt auch gut. Ich ess allein am Küchentisch, Licht aus, nur die kleine Lampe über der Spüle. Kein Fernseher. Kein Handy. Nur ich und der Löffel. Dann bin ich ins Wohnzimmer gegangen. Die Gardine hing…
-
Vereinigte Staaten von Europa – JETZT
So lautet der Slogan von VOLT und meiner. Älter werde ich von ganz allein – Warum ich mit 62 trotzdem nicht aufgebe Es begann mit einer simplen Frage: „Ist die Welt noch zu retten?“ Ich stellte sie Grok, meiner KI-Freundin, an einem grauen März-Tag 2026. Die Antwort war brutal ehrlich: Ja, noch – aber das Zeitfenster schrumpft rapide. Kipppunkte beim Klima, Biodiversitätsverlust, parallel laufende Kriege und Krisen. Und dann die Politik: Trump dereguliert in den USA, Merz in Deutschland priorisiert „Pragmatismus“ statt harter Reduktionen. Die Fossil-Lobby hat das Sagen, und solange das so ist, sehe ich schwarz. Von Volt und X Der Frust wuchs schnell. Auf X (ehemals Twitter) ist…
-
365 Tage, ein ganzes Jahr
Ein Freitag, der 13. – Mein 62. Geburtstag und die Magie der 365 Tage Wieder ist ein Jahr vergangen. Heute ist Freitag, der 13. März 2026, und genau vor 62 Jahren kam ich an einem ebensolchen Freitag, dem 13., auf die Welt. Ich sitze hier mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Torte, schaue aus dem Fenster und lasse die letzten Monate Revue passieren. Was haben mir diese 365 Tage eigentlich gebracht? Projekte loslassen – und trotzdem weitermachen Eines der größten Themen dieses Jahres war Loslassen. Ich habe ein langjähriges Projekt abgebrochen, das mir viel bedeutet hat. Schlimmer noch: Einen ganzen Roman habe ich in die Tonne gekloppt – komplett…
-
Balkon im Frühling
Mein Balkon erwacht: Frühlingspläne 2026 – Blau-Weiß & Mediterran Endlich! Der Winter neigt sich dem Ende zu und für mich beginnt die allerliebste Jahreszeit: der Frühling. Die ersten warmen Sonnenstrahlen kitzeln schon die Nase und meine Frühlingspläne nehmen richtig Gestalt an. Der Balkon, der die letzten Monate eher trist und verlassen dalag, wird wieder zum grünen, blühenden Lieblingsplatz. Meine Balkonkästen stehen schon seit Wochen unten im Keller und warten sehnsüchtig auf die neue Bepflanzung. Der Balkon liegt zwar sonnig nach Süden, wird aber von hohen Bäumen wunderbar halbschattig gehalten – ein echter Segen, denn so wird es nie richtig backofenheiß. Geranien tun sich hier allerdings etwas schwerer, deshalb setze ich…
-
Schöner wohnen
Schöner wohnen beginnt mit den ersten kleinen Schritten Irgendwann kommt der Moment, in dem man einfach nicht mehr warten will. Man will schöner wohnen – jetzt. Keine großen Pläne, kein Perfektionismus, sondern einfach Aktion. Bei mir fing alles mit einer neuen Wandfarbe an, einem neuen Kleiderschrank und dem Entschluss, endlich die alten, abgenutzten Möbelstücke loszulassen. Gestern war so ein Tag. Die alte Kommode, die jahrelang treu gedient hatte, aber mittlerweile mehr nervte als half, habe ich verschenkt. Stattdessen kam die neue Matratze ins Haus. Schon das Auspacken fühlte sich wie ein kleiner Luxus an. Endlich keine durchgelegene Kuhle mehr, in der man nachts verrenkt und mit Schmerzen aufwacht. Stattdessen: weich,…
-
Selbstfürsorge
Selbstfürsorge: Vom Automaten-Modus zurück ins eigene Leben Lange Zeit habe ich Selbstfürsorge komplett ignoriert. Ich habe funktioniert – mehr nicht. Mein Alltag im Homeoffice läuft seit Jahren nach einem festen Schema: um 6:30 Uhr startet der Rechner, um 15 Uhr wird er heruntergefahren. Dazwischen versorge ich meinen alten, kranken Hund, esse irgendetwas Schnelles und versuche, nachts genug Schlaf zu bekommen. Das war’s. Wo bleibe ich dabei? Die Frage habe ich mir jahrelang nicht gestellt – bis mein Körper mir die Antwort lautstark gegeben hat. Eines Morgens meldete sich meine Schulter mit stechenden Schmerzen, sobald ich mich auf die durchgelegene Matratze legte. Gleichzeitig spannte der Hosenbund unangenehm – ein unübersehbares Zeichen…
-
Ein alter Hund, Schlaflosigkeit und Existenzangst
Ein alter Hund, schlaflose Nächte und die Angst vor dem Nichts Heute Morgen um kurz nach vier war es wieder so weit. Tya, meine alte Hündin, hat entschieden, dass die Nacht vorbei ist. Sie stand hechelnd im Flur, Durst in den Augen, ein bisschen Hunger im Bauch und ganz viel Unruhe in den Beinen. Ich kenne das Geräusch inzwischen besser als meinen Wecker: dieses leise, aber unnachgiebige Tapsen auf dem Laminat, gefolgt vom charakteristischen Hecheln, das sagt: „Ich bin wach – und du jetzt auch.“ Um Halb fünf war ich draußen. Um sechs saßen wir wieder zu Hause, ich mit Kaffee, sie mit ihrem Frühstück. Eigentlich könnte ein entspannter Homeoffice-Tag…
-
Das Leben ist ein Abenteuer – und gerade fühlt es sich ziemlich verfahren an
Man sagt ja so schön: Das Leben ist ein Abenteuer. Klingt mitreißend, nach Aufbruch, nach großen Geschichten. In Wirklichkeit bedeutet es meistens: nichts ist vorhersehbar, die Wege machen merkwürdige Schleifen, und sehr lange Strecken führt scheinbar nirgendwohin. Man läuft einfach, weil man läuft. Und irgendwann fragt man sich, ob der ganze Marsch überhaupt einen Sinn hatte. Heute Morgen habe ich etwas gemacht, das sich gleichzeitig wie Befreiung und wie kleiner Tod angefühlt hat. Ich habe die Manuskriptdateien gelöscht. Endgültig. Kein Verstecken mehr in einem „vielleicht-später“-Ordner, kein heimliches Wiederherstellen aus dem Papierkorb. Weg. Isabella, Sergio und Elena – die Figuren, die mich jahrelang begleitet haben – existieren jetzt nur noch als…















