Ein schmaler Trampelpfad führt durch eine blühende Wiese
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Selbstfürsorge

Selbstfürsorge: Vom Automaten-Modus zurück ins eigene Leben

Lange Zeit habe ich Selbstfürsorge komplett ignoriert. Ich habe funktioniert – mehr nicht. Mein Alltag im Homeoffice läuft seit Jahren nach einem festen Schema: um 6:30 Uhr startet der Rechner, um 15 Uhr wird er heruntergefahren. Dazwischen versorge ich meinen alten, kranken Hund, esse irgendetwas Schnelles und versuche, nachts genug Schlaf zu bekommen. Das war’s. Wo bleibe ich dabei? Die Frage habe ich mir jahrelang nicht gestellt – bis mein Körper mir die Antwort lautstark gegeben hat.

Eines Morgens meldete sich meine Schulter mit stechenden Schmerzen, sobald ich mich auf die durchgelegene Matratze legte. Gleichzeitig spannte der Hosenbund unangenehm – ein unübersehbares Zeichen für zu wenig Bewegung und eine Ernährung, die eher zweckmäßig als nährend war. Plötzlich war klar: So kann und will ich nicht weitermachen. Mein Körper hatte genug vom Automaten-Modus.

Selbstfürsorge beginnt mit dem Hören auf Signale

Selbstfürsorge bedeutet genau das: bewusst auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und aktiv etwas für das körperliche, seelische und emotionale Wohlbefinden zu tun. Es geht nicht um Egoismus oder Luxus, sondern um Verantwortung sich selbst gegenüber. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versteht darunter die Fähigkeit, Gesundheit zu fördern, Krankheiten vorzubeugen und mit Belastungen umzugehen. Für mich war der erste Schritt, die Warnsignale ernst zu nehmen statt sie wegzudrücken.

Der einfachste Hebel war die Matratze. Nach Jahren des „Das wird schon gehen“ habe ich endlich gehandelt: neue Matratze plus passender Lattenrost bestellt. Lieferung ist für den 9. März geplant. Ja, mein Sparschwein hat leise geseufzt – aber Rückenschmerzen kosten auf Dauer deutlich mehr, auch finanziell. Manchmal ist Selbstfürsorge ganz profan: eine Investition in besseren Schlaf und weniger Schmerzen.

Bewegung neu denken – mit den Gegebenheiten

Bewegung ist ein klassischer Selbstfürsorge-Bereich, doch hier stoße ich an Grenzen. Mein Hund Tya ist alt und krank; lange Spaziergänge sind für sie nicht mehr möglich. Sie allein zu lassen, um stundenlang wandern zu gehen, kommt für mich nicht infrage. Also muss ich kreativ werden. Kurze Dehnübungen zwischendurch am Schreibtisch, Treppen statt Aufzug, vielleicht später ein leichtes Online-Yoga – kleine Schritte statt großer Sportpläne. Der Punkt ist: Selbstfürsorge muss zum Leben passen, nicht umgekehrt.

Selbstfürsorge geht durch den Magen

Der Bereich, in dem ich am schnellsten Fortschritte machen kann, ist die Ernährung. Weg vom schnellen „irgendwas reinschaufeln“, hin zu bewusster, nährender Kost. Ich möchte weniger Fleisch essen, deutlich mehr Gemüse und vor allem Abwechslung. Konkrete Pläne stehen schon:

  • Ofengemüse mit Schafskäse und Kräutern
  • Bratreis mit viel frischem Gemüse und einem Ei obendrauf
  • Nudeln mit selbstgemachter Paprika-Zwiebel-Sauce

Das sind keine komplizierten Rezepte, aber sie machen Freude beim Kochen und Essen – und genau das ist Selbstfürsorge: sich selbst etwas Gutes tun, ohne dass es aufwendig oder teuer sein muss. Gute Ernährung ist eine der wirksamsten Arten, dem Körper Respekt zu zeigen.

Kein Konsumrausch – sondern echte Zuwendung

Wichtig ist mir: Selbstfürsorge endet bei mir nicht in einem Konsumrausch. Es geht nicht darum, ständig neue Produkte zu kaufen oder Wellness-Rituale zu zelebrieren, die ich mir eigentlich gar nicht leisten kann oder will. Es geht um die Haltung: Ich bin es wert, dass ich mich um mich kümmere. Um kleine, machbare Entscheidungen, die langfristig guttun.

Mein Weg hat gerade erst begonnen. Die neue Matratze kommt in ein paar Tagen, die ersten neuen Rezepte stehen auf dem Wochenplan, und ich übe mich darin, zweimal am Tag bewusst fünf Minuten nur für mich zu nehmen – einfach atmen, strecken, spüren. Es fühlt sich ungewohnt an, fast egoistisch. Aber genau das ist der Punkt: Sich selbst genauso wichtig zu nehmen wie die Arbeit, den Hund oder andere Verpflichtungen.

Selbstfürsorge ist kein Luxus. Sie ist die Basis dafür, überhaupt noch lange und gut leben zu können – mit Freude, Energie und einem Körper, der sich nicht ständig beschwert. Vielleicht erkennst du dich ja in meiner Geschichte wieder. Dann sei mutig und fang klein an. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.

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