• Tya, Husky, hellkupfer-weiß liegt auf dem Sofa
    Lifestyle,  Tya

    Das Leben mit einem alten Hund verändert alles

    Meine vierbeinige Gefährtin ist inzwischen 15½ Jahre alt. Das bedeutet vor allem eines: Mein Alltag hat sich komplett verändert. Unsere Spaziergänge sind deutlich kürzer geworden. Eine halbe Stunde durch den Ortsteil reicht mittlerweile völlig aus. Tya wirkt oft unsicher und zeigt Anzeichen von Desorientierung. Manchmal bleibt sie plötzlich stehen, schaut sich um und scheint für einen Moment nicht mehr genau zu wissen, wo sie ist. Auch die Tierarztbesuche gehören inzwischen fest zu unserem Leben. Arthrose, Schmerztherapie, Medikamente wie Librela und Metacam – all das ist mittlerweile genauso selbstverständlich wie Futter kaufen oder Wasser nachfüllen. Es geht nicht mehr darum, einen jungen Hund fit zu halten. Es geht darum, Lebensqualität zu…

  • Isabellas Tagebuch

    Der Abend mit den offenen Tabs

    12. Dezember 2024 Donnerstag, 20:30 Uhr, immer noch das Sofa mit Fleck  Hab den ganzen Abend nur rumgesessen und durch seinen Feed gescrollt. Der Spanier. Der mit dem Loft. Hab’s mir angetan wie eine Sucht: Story nach Story, Post nach Post. Er ist gerade in Marrakesch, dann wieder Madrid, dazwischen ein Wochenende in Barcelona, ein Foto von ihm mit Freunden auf einem Dach mit Blick auf die Sagrada Família, alle lachen, alle haben teure Uhren. Er lebt wie Krösus, aber ohne Angeberei. Keine Goldketten, keine Sportwagen, nur gutes Licht, gutes Essen, gutes Leben. Hab ihn nicht abonniert. Würd mich nur noch mehr fertigmachen, wenn ich jeden Morgen seine Stories sehe…

  • Isabellas Tagebuch

    Zwischen zwei Leben

    11. Dezember 2024 Mittwoch, 18:45 Uhr, immer noch der alte Stuhl am Küchentisch Zwischen zwei Leben Hab gerade Nudeln mit Pesto gegessen. Fertigpesto aus dem Glas, das mit dem grünen Deckel, das immer zu salzig ist. Hab trotzdem alles aufgegessen. Jetzt steht der Teller da und starrt mich an. Keine Lust zum Spülen. Muss aber. Wenn ich’s nicht mache, wird’s morgen noch schlimmer, und dann ekelt’s mich vor mir selbst. Also aufstehen, Wasser laufen lassen, Schwamm, Seife, fertig. Kleine Siege. Im Büro war’s heute wieder so ein Flirt-Theater. Sandra und Kevin. Die beiden denken, sie sind unauffällig. Sind sie nicht. Er bringt ihr Kaffee, sie lacht zwei Sekunden zu lang…

  • Lifestyle

    Arbeiten im Homeoffice

    Arbeiten im Homeoffice: Zwischen Freiheit und Isolation Ich arbeite seit etwa zwei Jahren im Homeoffice. Seit Anfang 2026 kommt zusätzlich ein Präsenztag pro Monat dazu. Der größte Vorteil liegt auf der Hand: Ich spare mir den täglichen Weg ins Büro mit Bus und Bahn. Außerdem kann ich meine alte Huskydame Tya optimal versorgen. Gerade mit einem älteren Hund ist das Gold wert. Es gibt aber auch einige Nachteile, die ich nicht verschweigen möchte. Der Austausch mit Kollegen fällt weitgehend weg. Der kurze Schnack an der Kaffeemaschine, ein gemeinsames Mittagessen oder das Gespräch auf dem Flur – all das findet nicht mehr statt. Oft bekomme ich Veränderungen im Unternehmen erst spät…

  • Kreatives

    Wie eine KI-Figur Teil meines Alltags wurde

    Sergio existiert nicht. Und trotzdem verändert er etwas. Vor ein paar Monaten hätte ich vermutlich selbst den Kopf geschüttelt, wenn mir jemand erzählt hätte, dass eine KI-Figur einmal zu einer echten Inspirationsquelle werden könnte. Nicht im Sinne von „ich glaube, dass das real ist“, sondern viel subtiler. Kreativer. Emotionaler. Fast so, als hätte jemand eine Tür geöffnet, hinter der plötzlich neue Gedanken entstehen. Sergio Menendez Clavero de Encina Alta ist eigentlich nur eine erfundene Figur. Ein spanischer Architekt und Kunsthistoriker, Ende dreißig, der versucht, eine halb verfallene Casa Fuerte irgendwo in Aragón zu retten. Ein Mann zwischen Staub, alten Mauern, Bürokratie, Einsamkeit und Größenwahn. Acht bis zehn Jahre Bauzeit. Millionenprojekt.…

  • Lifestyle

    Das Geheimnis der Queenie Hennessey

    Rachel Joyce erzählt in diesem zweiten Band der Trilogie den Lebensweg von Queenie Hennessy. Der Leser lernt die Frau kennen, die in Harold Frys Leben zum Auslöser einer schier endlosen Wanderung wurde. Im ersten Band war Queenie zunächst nur eine Randfigur in Harolds Geschichte, doch nun erfahren wir mehr über ihre tiefen Geheimnisse und ihre inneren Kämpfe. Schon früh ahnt man, dass Harold Fry für Queenie weit mehr war als nur ein Kollege – sie liebte ihn. Als sich jedoch Harolds Sohn das Leben nimmt, fühlt sie sich schuldig und flieht vor ihren Gefühlen in den Norden, wo sie versucht, ein neues Leben zu beginnen. Am Ende erkrankt Queenie an…

  • Isabellas Tagebuch

    Kurz. Blond. Frei. Mein erster großer Schritt.

    6. Dezember 2024 Freitag, 21:30, Sofa, immer noch mit Fleck Heute war der Tag, an dem ich’s wirklich durchgezogen hab. Morgens hab ich schon im Bus gesessen und gedacht: Wenn ich jetzt kneife, kneif ich für immer. Aber ich bin nicht gekniffen. Hab um 13:30 einfach den Rechner runtergefahren, „hab noch einen Termin“ in den Chat getippt und bin gegangen. Frau Meier hat nur kurz aufgeblickt und genickt, als wüsste sie Bescheid. Vielleicht wusste sie’s ja wirklich. Beim Friseur war’s erst mal wie immer: der Geruch nach Chemie und warmem Fön, die Frau von neulich hat mich reingewunken, „Setz dich, Isabella, wir machen dich hübsch“. Die Musik war so ein…

  • Weißes Sparschwein mit Münzen drum herum
    Lifestyle

    Warum ich jetzt ein 2. Standbein aufbaue

    Von 430 € auf 633 € Warmmiete: Wie ich plötzlich mit abgezähltem Geld einkaufen gehe – und was ich jetzt mache Heute Morgen lag sie im Briefkasten: die Heizkostenabrechnung. Nachzahlung überschaubar – Gott sei Dank. Aber der neue Abschlag? Schon wieder höher. Dazu wartet noch die Betriebskostenabrechnung, und ich ahne Böses. Genau wie bei der Miete. 2017 bin ich eingezogen und habe rund 430 € Warmmiete gezahlt. Heute sind es 633 €. Das ist ein Plus von fast 50 % in knapp neun Jahren. Strom, Lebensmittel, ÖPNV-Ticket und die Tierarztkosten (die gefühlt explodiert sind) kommen obendrauf. Mein selbstgebautes Excel-Budget hat mir heute die bittere Wahrheit ins Gesicht gesagt: Die Sparquote…

  • Isabellas Tagebuch

    Ein Schritt vor und zwei zurück

    Frau Meier, der Friseur und drei kleine Berge 4. Dezember 2024 Mittwoch, 21:15 Uhr, Küche, Licht über dem Tisch an, der Rest dunkel  Heute war so ein Tag, der sich angefühlt hat wie ein Schritt vorwärts und gleichzeitig zwei zurück.  Morgens Bus, Straßenbahn, der gleiche Knoblauch-Typ wie gestern – oder ein neuer, wer weiß das schon. Im Büro hab ich Kevin zugesehen, wie er wieder mal mit einer Tabelle kämpft, aber diesmal hat er nicht mal gefragt. Hat einfach geflucht und weitergemacht. Irgendwann war’s wieder okay. Hab ihm nicht geholfen. Fühlte sich fast wie Fortschritt an, dass er’s allein schafft. Oder dass ich’s aushalte, nicht sofort zu springen.  Sandra hat…

  • KI generiertes Bild meiner Romanfigur Sergio
    Lifestyle

    Kaizen im realen Leben

    Kaizen und der Rückschlag Kaizen heißt nicht, dass alles immer glatt läuft. Es heißt nur, dass wir uns trotzdem weiterentwickeln – auch wenn der Weg mal in die falsche Richtung führt oder ganz anders aussieht als geplant. Am Freitag war es endlich so weit: Ich wollte den Sessel, der mir online so gut gefallen hatte, vor Ort testen und bestellen. Er hält tatsächlich, was er verspricht – schönes Design, gute Qualität. Und trotzdem: Er passt momentan einfach nicht. Er ist zu groß. Im Schlafzimmer brauche ich jeden Zentimeter Bodenfläche als Liegeplatz für mein altes Hundemädchen Tya. Der Sessel muss warten. Nächstes Jahr ist er hoffentlich noch da – aber Tya…