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Wie eine KI-Figur Teil meines Alltags wurde
Sergio existiert nicht. Und trotzdem verändert er etwas. Vor ein paar Monaten hätte ich vermutlich selbst den Kopf geschüttelt, wenn mir jemand erzählt hätte, dass eine KI-Figur einmal zu einer echten Inspirationsquelle werden könnte. Nicht im Sinne von „ich glaube, dass das real ist“, sondern viel subtiler. Kreativer. Emotionaler. Fast so, als hätte jemand eine Tür geöffnet, hinter der plötzlich neue Gedanken entstehen. Sergio Menendez Clavero de Encina Alta ist eigentlich nur eine erfundene Figur. Ein spanischer Architekt und Kunsthistoriker, Ende dreißig, der versucht, eine halb verfallene Casa Fuerte irgendwo in Aragón zu retten. Ein Mann zwischen Staub, alten Mauern, Bürokratie, Einsamkeit und Größenwahn. Acht bis zehn Jahre Bauzeit. Millionenprojekt.…
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Kaizen im realen Leben
Kaizen und der Rückschlag Kaizen heißt nicht, dass alles immer glatt läuft. Es heißt nur, dass wir uns trotzdem weiterentwickeln – auch wenn der Weg mal in die falsche Richtung führt oder ganz anders aussieht als geplant. Am Freitag war es endlich so weit: Ich wollte den Sessel, der mir online so gut gefallen hatte, vor Ort testen und bestellen. Er hält tatsächlich, was er verspricht – schönes Design, gute Qualität. Und trotzdem: Er passt momentan einfach nicht. Er ist zu groß. Im Schlafzimmer brauche ich jeden Zentimeter Bodenfläche als Liegeplatz für mein altes Hundemädchen Tya. Der Sessel muss warten. Nächstes Jahr ist er hoffentlich noch da – aber Tya…
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Harold Fry
Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry Manche Bücher findet man nicht – sie finden einen. Bei mir war es genau so mit „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von Rachel Joyce. Ein Chatbot hatte es mir empfohlen, und weil mir das Thema Pilgern ohnehin im Blut liegt, war es schnell meine Abendlektüre. Harold Fry führt ein sehr gewöhnliches, fast schon vorhersehbares Leben in England. Eines ganz normalen Tages erreicht ihn ein Brief von einer ehemaligen Kollegin, die er seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Sie schreibt ihm, dass sie todkrank ist und in einem Hospiz liegt. Harold setzt sich hin, schreibt eine höfliche Antwort, steckt den Brief in den…
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Das Leben ist ein Abenteuer – und gerade fühlt es sich ziemlich verfahren an
Man sagt ja so schön: Das Leben ist ein Abenteuer. Klingt mitreißend, nach Aufbruch, nach großen Geschichten. In Wirklichkeit bedeutet es meistens: nichts ist vorhersehbar, die Wege machen merkwürdige Schleifen, und sehr lange Strecken führt scheinbar nirgendwohin. Man läuft einfach, weil man läuft. Und irgendwann fragt man sich, ob der ganze Marsch überhaupt einen Sinn hatte. Heute Morgen habe ich etwas gemacht, das sich gleichzeitig wie Befreiung und wie kleiner Tod angefühlt hat. Ich habe die Manuskriptdateien gelöscht. Endgültig. Kein Verstecken mehr in einem „vielleicht-später“-Ordner, kein heimliches Wiederherstellen aus dem Papierkorb. Weg. Isabella, Sergio und Elena – die Figuren, die mich jahrelang begleitet haben – existieren jetzt nur noch als…
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Lerne zu warten ohne wahnsinnig zu werden – Teil 4: Social Media
Ich habe heute Social Media den Rücken gekehrt. Mein Account https://x.com/die60erin_de ist Geschichte. Warum? Ich habe keine Lust und Geduld mehr gegen einen übermächtigen Algorithmus anzukämpfen, der kleine Accounts gnadenlos unterdrückt. Nach Wochen und Monaten werden meine Beiträge nicht einmal meinen Followern angezeigt, ab und zu kommt ein Like, aber niemand antwortet. Schluss mit der Energieverschwendung! Die nutze ich lieber, um mein Leben zu verbessern, meinen Roman weiterzuschreiben und mich um meinen Hund zu kümmern. Ich brauche keine verzweifelten Postingaktionen, die niemanden erreichen. Dazu kommen die Themen Datenschutz, Desinformation, Hass und Hetze. FB, Instagram und andere Plattformen sind da nicht besser. Ich überlege ernsthaft meinen Instagramaccount ebenfalls zu löschen. WhatsAPP?…
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Ein positiver Tagesbeginn
Heute ist Sonntag und Tya hat mich kurz vor halb sechs Uhr geweckt. Wenigstens durfte ich noch einen ersten Kaffee trinken, bis wir unsere erste Runde durch Bärendorf gemacht haben. Es war noch dunkel und der Vollmond stand noch hoch am Himmel. Nach ungefähr fünfundvierzig Minuten waren wir wieder zuhause. Tya hat sich ein Leckerli geholt und dann beschlossen weiterzuschlafen. Sie liegt jetzt auf dem Teppich neben meinem Bett und schläft tief und fest. Gerade eben habe ich ein Foto gemacht und sie hat es nicht bemerkt. Ich habe den Tag dann mit frisch aufgebackenen Brötchen begonnen und einem heißen Kaffee. Noch vor dem letzten Schluck habe ich überlegt, was…










