Traum oder Ziel

Bis vor einigen Wochen war der Camino für mich nur eine schöne Vorstellung. Ein Gedanke für schlechte Tage. Eine Art Flucht aus dem Alltag. Ein Traum eben. Inzwischen ertappe ich mich dabei, Etappenlängen zu berechnen, Übernachtungskosten zu recherchieren und darüber nachzudenken, was mit meiner Wohnung passiert, wenn ich wirklich losgehe. Und das ist ein Ziel.

Und genau da liegt der Unterschied.

Ein Traum fragt: „Wäre das nicht schön?“
Ein Ziel fragt: „Wie könnte das gehen?“

Ich bin 62 Jahre alt und will nicht ein Leben führen, das nur noch aus Arbeit, Nahrungsaufnahme und Schlaf besteht. Existenzsicherung allein reicht nicht für ein erfülltes Leben.

Ein Traum, das ist die vage Idee, die Sehnsucht nach dem Horizont jenseits der spanischen Grenze, eine Casa Fuerte in den Bergen, eine Fata Morgana. Aber dann kam ein Moment, in dem ich aus dem Haus ging, die gelbe Muschel auf dem blauen Grund entdeckte und ihr bis nach Essen Werden folgte.

Ich träumte davon einfach immer weiter zu gehen, bis zum Horizont und darüber hinaus. Mein Leben war mir zu eng geworden. Zuhause wieder angekommen, setzte sich der Traum fest. Ich begann zu überlegen, wie er Realität werden könnte.

Und dann hatte ich ein Ziel!

Ich habe mich hingesetzt und ausgerechnet wie viel Zeit ich für die 2700 km benötigen würde, wich hoch die Kosten für die Weiterfinanzierung der Wohnung und die Krankenversicherung sein würden. Dazu kommt der tägliche Schlafplatz und Essen, die Ausrüstung und anderes.

Ich kam auf eine stolze Summe: ca. 15000€ für eine fünfmonatige Wanderung durch Deutschland, Frankreich und Spanien.

Und jetzt beginnt die Arbeit richtig! Und die letzte Frage: was, wenn ich dort bleiben will?

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert