Kampfpanzer auf dem Excel-Schlachtfeld

Die Lust und der Frust mit Excel

Vor ein paar Monaten habe ich angefangen, mir ein Haushaltsbuch in Excel zu bauen.

Ich wollte einfach genau wissen, wo mein Geld eigentlich bleibt.

Der Anfang war noch recht überschaubar: Datum, Einnahmen und Ausgaben, verschiedene Kategorien, Bilanz. Nichts, was mich vor größere Probleme gestellt hätte.

Aber dann kam ich auf eine Idee.

Warum eigentlich nur ein Haushaltsbuch?

Ich könnte doch mein persönliches Controlling daraus machen.

Also das volle Programm: Budgetplanung und Budgetverfolgung, Auswertungen, ein schönes Dashboard, Pivot-Tabellen und Grafiken. Einfach mal schauen, was Excel so alles hergibt.

Und genau an diesem Punkt ist meine Lust an Excel doch ziemlich heftig in Frust gekippt.

Denn das Problem ist nicht Excel.
Das Problem bin ich.

Ich habe ein derart komplexes Projekt noch nie allein umgesetzt. Mir fehlt schlicht die Erfahrung. Ich weiß zwar inzwischen ziemlich genau, was ich haben möchte – aber noch lange nicht, wie ich alles dahin bekomme.

Und so sitze ich da, probiere etwas aus, verwerfe es wieder, suche nach Lösungen, ändere Formeln, produziere Fehlermeldungen und frage mich gelegentlich, warum ich mir diesen ganzen Quatsch eigentlich antue.

Gerade bin ich an einem Punkt angekommen, an dem mir wahrscheinlich nur noch eine ordentliche Portion Hartnäckigkeit weiterhilft.
Das passt allerdings ganz gut.
Mein Spitzname lautet schließlich „Battle Tank“ – Kampfpanzer.

Aufgeben gehört offenbar nicht zu meiner Ausstattung.
Ich bin gespannt, wie weit ich damit komme.

Warum die Mühe?

Ich mache das nicht aus Langeweile.

Zum einen hilft mir dieses Excel-Projekt tatsächlich dabei, den Überblick über meine Finanzen zu behalten. Ich möchte nicht nur wissen, wie viel Geld am Monatsende noch auf dem Konto liegt. Ich möchte verstehen, wo es hinfließt, welche Entwicklungen sich abzeichnen und ob meine Planung funktioniert.

Zum anderen lerne ich.

Und das ist für mich mindestens genauso wichtig.

Denn mein Job bietet mir diese Möglichkeit nicht. Dort kann ich mich fachlich kaum weiterentwickeln. Ich kann noch so viel lernen, mich noch so sehr anstrengen und noch so viele neue Dinge ausprobieren – am Ende bin und bleibe ich die Junior Callcenter Agentin.

Excel dagegen zwingt mich, mich mit Dingen auseinanderzusetzen, die ich bisher noch nicht konnte.

Daten strukturieren. Zusammenhänge herstellen. Formeln verstehen. Fehler finden. Lösungen entwickeln. Und irgendwann vielleicht sogar ein Dashboard bauen, das tatsächlich das tut, was ich mir vorgestellt habe.

Das ist manchmal verdammt frustrierend.
Aber es macht mir auch Spaß.
Und letztlich steckt dahinter noch ein weiterer Gedanke.

Ich möchte mir mit meinen Fähigkeiten irgendwann zusätzliche Einkommensmöglichkeiten eröffnen.

Vielleicht wird aus diesem Excel-Projekt irgendwann etwas, das mehr kann als nur meine eigenen Finanzen zu verwalten.

Vielleicht auch nicht.

Aber genau das ist für mich die eigentliche Lust und der eigentliche Frust mit Excel:

Ich weiß noch nicht, wohin mich das führt.

Aber ich habe vor, es herauszufinden.

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