Warum ich jetzt ein 2. Standbein aufbaue
Von 430 € auf 633 € Warmmiete: Wie ich plötzlich mit abgezähltem Geld einkaufen gehe – und was ich jetzt mache
Heute Morgen lag sie im Briefkasten: die Heizkostenabrechnung. Nachzahlung überschaubar – Gott sei Dank. Aber der neue Abschlag? Schon wieder höher. Dazu wartet noch die Betriebskostenabrechnung, und ich ahne Böses.
Genau wie bei der Miete. 2017 bin ich eingezogen und habe rund 430 € Warmmiete gezahlt. Heute sind es 633 €. Das ist ein Plus von fast 50 % in knapp neun Jahren. Strom, Lebensmittel, ÖPNV-Ticket und die Tierarztkosten (die gefühlt explodiert sind) kommen obendrauf.
Mein selbstgebautes Excel-Budget hat mir heute die bittere Wahrheit ins Gesicht gesagt: Die Sparquote sinkt. Und zwar nicht langsam, sondern spürbar.
Ich bin keiner von den „Prekariats-Geschichten“ aus dem Fernsehen. Ich habe einen ganz normalen Job, keine Luxusausgaben und war bisher immer ganz gut organisiert. Und trotzdem wird es langsam eng.
Und ich bin damit nicht allein.
Die Realität, die niemand so richtig aussprechen will
Viele von uns Normalverdienern in Deutschland erleben genau dasselbe:
- Die offizielle Inflation sagt „25–28 % seit 2017“.
- Bei Wohnen, Energie und Lebensmitteln fühlt es sich eher wie 40–50 % an.
- Gehälter steigen, klar. Aber nach Steuern, Sozialabgaben und den neuen Abschlägen bleibt oft weniger übrig als früher.
Man steht im Supermarkt und zählt wirklich im Kopf mit. Man überlegt zweimal, ob der Pulli wirklich neu sein muss oder ob der alte noch einen Winter hält. Und man fragt sich: Wie lange geht das noch gut?
Der Moment, in dem ich beschlossen habe: Ich brauche ein zweites Standbein
Das Excel lügt nicht. Deshalb habe ich mir eingestanden: Entweder ich verdiene mehr oder ich verändere etwas. Da ich nicht sofort umziehen oder den Job kündigen will, starte ich jetzt mit einem Nebenerwerb.
Und weil ich weiß, dass viele von euch genau in derselben Situation stecken, teile ich hier meine ersten Ideen – ehrlich und praxistauglich:
Meine Ideen (die wirklich zu normalen Menschen passen)
- KI-gestützter Texter & Ghostwriter Blogbeiträge, LinkedIn-Posts, Newsletter oder Produktbeschreibungen schreiben. Mit Tools wie Grok oder ChatGPT geht das deutlich schneller. Viele Selbstständige und kleine Firmen zahlen 40–90 € pro Text.
- Excel-Finanztools & Budget-Coaching Genau wie mein eigenes Haushalts-Excel. Ich plane, fertige Vorlagen (Haushaltsbuch, Spar-Tracker, Nebenkosten-Rechner) für 19–39 € zu verkaufen. Dazu kurze 1:1 Calls für Leute, die endlich Ordnung in ihre Finanzen bringen wollen.
- Spezialisiertes Freelancing auf Kleinanzeigen & Fiverr Recherche-Arbeiten, Preisvergleiche, Zusammenfassungen von Studien oder einfache Datenanalysen. Wenig Aufwand, gute Stundensätze.
- Echter „Real-Talk-Granny“-Content Einen Telegram-Kanal oder Blog starten mit genau solchen Beiträgen – ohne Hustle-Porno, sondern mit ehrlichen Erfahrungen. Monetarisierung über bezahlte Community, Affiliate-Links (Stromvergleich, Versicherungen) oder eigene kleine Produkte.
Was ich mir für den Start vorgenommen habe
- Kleinunternehmerregelung nutzen (bis 22.000 € Umsatz keine Umsatzsteuer)
- Erstmal 5–8 Stunden pro Woche investieren
- Auf Kleinanzeigen.de und Fiverr starten – kein großer Marketing-Aufwand nötig
- Meine eigene Geschichte nutzen: „Ich sitze selbst im Abschlag-Schock und helfe dir raus.“
Du bist nicht allein
Wenn du gerade dasselbe durchmachst: Du bist einer von Millionen. Es ist kein persönliches Versagen, wenn die Kosten schneller steigen als das Einkommen. Es ist die aktuelle Realität in Deutschland 2026.
Wer von euch auch kämpft – schreibt gerne in die Kommentare: Wie hoch ist eure Miete heute im Vergleich zu vor 5–8 Jahren? Und habt ihr schon ein Nebeneinkommen oder plant ihr eins?
Ich werde hier regelmäßig berichten, wie mein eigener Nebenerwerb läuft – inklusive echter Zahlen, Fehlern und Erfolgen. Weil ehrliche Geschichten viel mehr bringen als die 10.000. „Werde in 30 Tagen reich“-Artikel.
Denn eines ist klar: Jammern allein ändert nichts. Aber anfangen schon.
Bis bald – und bleibt dran.
Euere Andrea


