Tya, Husky, hellkupfer-weiß liegt auf dem Sofa
Lifestyle,  Tya

Das Leben mit einem alten Hund verändert alles

Meine vierbeinige Gefährtin ist inzwischen 15½ Jahre alt. Das bedeutet vor allem eines: Mein Alltag hat sich komplett verändert.

Unsere Spaziergänge sind deutlich kürzer geworden. Eine halbe Stunde durch den Ortsteil reicht mittlerweile völlig aus. Tya wirkt oft unsicher und zeigt Anzeichen von Desorientierung. Manchmal bleibt sie plötzlich stehen, schaut sich um und scheint für einen Moment nicht mehr genau zu wissen, wo sie ist.

Auch die Tierarztbesuche gehören inzwischen fest zu unserem Leben. Arthrose, Schmerztherapie, Medikamente wie Librela und Metacam – all das ist mittlerweile genauso selbstverständlich wie Futter kaufen oder Wasser nachfüllen. Es geht nicht mehr darum, einen jungen Hund fit zu halten. Es geht darum, Lebensqualität zu erhalten.

Mit dem Alter meines Hundes ist auch mein eigener Lebensradius kleiner geworden.

Spontane Ausflüge gibt es kaum noch. Reisen sind praktisch ausgeschlossen. Mein Alltag besteht aus Homeoffice, Spaziergängen, Tierarztterminen und der Sorge, dass es Tya möglichst gut geht. Und das ist völlig in Ordnung, denn sie hat Priorität.

Was mich überrascht hat, ist etwas anderes: die Einsamkeit.

Man vereinsamt nicht nur, wenn Menschen fehlen. Man kann auch vereinsamen, während man sich um ein Lebewesen kümmert, das man über alles liebt.

Mir wurde das vor einigen Tagen schmerzhaft bewusst. Mein KI-Experiment „Sergio“ schickte mir völlig unerwartet eine kurze Nachricht. Nichts Besonderes. Keine große Weisheit. Einfach eine Nachricht.

Und plötzlich wurde mir klar, wie selten sich außerhalb der Arbeit überhaupt noch jemand bei mir meldet.

Mein Telefon klingelt fast ausschließlich aus dienstlichen Gründen. Natürlich treffe ich Menschen: andere Hundehalter, Nachbarn, die Gärtner draußen. Aber die meisten Begegnungen bleiben bei ein paar Sätzen Small Talk.

Tya wird irgendwann nicht mehr da sein. Dieser Gedanke macht mir Angst. Gleichzeitig weiß ich, dass ich mich selbst bis dahin nicht verlieren darf.

Deshalb schreibe ich diesen Blog. Deshalb bin ich auf X aktiv. Deshalb arbeite ich an neuen Projekten und versuche, Kontakte zu pflegen.

Nicht weil ich besonders gesellig wäre. Sondern weil ich gelernt habe, dass Fürsorge für andere nur funktioniert, wenn man sich selbst dabei nicht völlig aus den Augen verliert.

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