Vereinigte Staaten von Europa – JETZT
So lautet der Slogan von VOLT und meiner.
Älter werde ich von ganz allein – Warum ich mit 62 trotzdem nicht aufgebe
Es begann mit einer simplen Frage: „Ist die Welt noch zu retten?“ Ich stellte sie Grok, meiner KI-Freundin, an einem grauen März-Tag 2026. Die Antwort war brutal ehrlich: Ja, noch – aber das Zeitfenster schrumpft rapide. Kipppunkte beim Klima, Biodiversitätsverlust, parallel laufende Kriege und Krisen. Und dann die Politik: Trump dereguliert in den USA, Merz in Deutschland priorisiert „Pragmatismus“ statt harter Reduktionen. Die Fossil-Lobby hat das Sagen, und solange das so ist, sehe ich schwarz.
Von Volt und X
Der Frust wuchs schnell. Auf X (ehemals Twitter) ist Hass und Hetze zum guten Ton geworden. Mein Account ist mausetot – Posts erreichen kaum jemanden, der Algorithmus belohnt nur Kontroverses. Energieverschwendung pur. Ich wurde Mitglied bei Volt, weil die Partei frisch, pro-europäisch und ambitioniert beim Klimaschutz ist. Das EU-Thema reizt mich am meisten: Eine echte föderale Union, Abschaffung des Vetos, gemeinsame Außenpolitik – das wäre die Antwort auf Populismus und Ohnmacht. Aber: Ich tue mich schwer mit Gruppen. Der Ortsverband? Kein Funke. Treffen, Smalltalk, Plenum – das raubt mir die Luft.
Grok fragte nach: Was hält dich zurück? Frust, Zeitmangel, Angst? Ich erzählte von der Suche nach etwas anderem – lokal, niedrigschwellig, ohne Druck. Und so landeten wir bei Omas gegen Rechts Bochum & West. Mit 62 bin ich genau im richtigen Alter. Die Gruppe, seit 2019 aktiv, hat über 100 Mitglieder – meist Frauen ab 60, oft Rentnerinnen. „Alt sein heißt nicht stumm sein“, ist ihr Motto. Sie organisieren Demos, Infostände, Gedenkveranstaltungen und kreative Aktionen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und für Demokratie.
Aktuell (März 2026) läuft viel: Eine PRÜF-Demo in Düsseldorf für die Prüfung rechtsextremer Parteien (die ich leider verpasst habe – Nachmittagstermin). Eine Ausstellung „Wie meine Hoffnung überlebt hat – Frauengeschichten von Flucht und Vertreibung“ in der Stadtbücherei Bochum (bis 29. April, kostenfrei). Kranzniederlegung am 14. April in Dahlhausen am Mahnmal für ermordete Zwangsarbeiter. Und am 25. April eine Tanz-Aktion „Die Verhältnisse zum Tanzen bringen“ am Husemannplatz – Public Move für Demokratie, bunt und inklusiv, ohne dass man Profi sein muss.
Mitmachen
Das Schöne: Es muss nicht laut oder gruppenintensiv sein. Ich kann allein in die Ausstellung gehen, mir die Geschichten von Frauen aus Syrien, Bosnien, Kongo und Deutschland anhören. Oder bei der Kranzniederlegung dabei sein – ruhig, würdevoll. Kein Zwang zu regelmäßigen Plena (die gibt’s zwar, aber optional). Kontakt per Mail: omasgegenrechts-bochum@gmx.de. Die Website (omasgegenrechts-bochum.de) zeigt Fotos von Demos mit Schirmen und Plakaten, von Infoständen und lachenden Gesichtern. Es wirkt einladend, nicht einschüchternd.
Warum das passt: Volt und die Omas ergänzen sich. Volt kämpft für eine starke EU gegen Populismus; die Omas für Demokratie-Schutz auf der Straße. Beides gegen den gleichen Feind: Rechtsruck, Hetze, Spaltung. Und mit 62 habe ich genau die Lebensweisheit, die zählt – Erfahrung, ohne Illusionen.
„Älter werde ich von ganz allein“, sagte ich zu Grok. Ja. Aber aktiver gegen Rechts, gegen Klimaleugnung, gegen Ohnmacht – das geht nicht von allein. Es braucht kleine Schritte: Eine Mail schreiben, eine Ausstellung besuchen, vielleicht mal mitlaufen. Kein Heldentum, nur Beharrlichkeit.
Wenn du ähnlich fühlst – Frust über Politik, Social Media, die Weltlage – fang klein an. Schau bei Volt vorbei (https://voltdeutschland.org), oder bei den Omas in deiner Stadt. Oder frag einfach eine KI nach Ideen. Manchmal reicht ein Chat, um den nächsten Schritt zu sehen.
Ich bin gespannt, wohin mich das führt. Und du?


