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Werbeterror
Wer kennt es nicht? Du öffnest eine Webseite, voller Vorfreude auf einen interessanten Artikel, und musst erstmal einen Slalomlauf durch Werbeanzeigen machen. Pop-ups, die den ganzen Bildschirm übernehmen, Auto-Play-Videos, die plötzlich losdröhnen, Banner, die sich über den Text legen, und Sidebar-Anzeigen, die beim Scrollen mitlaufen. Gut, 25 Werbeanzeigen waren vielleicht leicht übertrieben – aber die Wut trifft den Nagel auf den Kopf. Viele Seiten sind so zugepflastert, dass der eigentliche Inhalt zur Nebensache wird. Die Betreiber versuchen verzweifelt, in Zeiten sinkender Klickraten und steigender Kosten Einnahmen zu generieren – und opfern dabei die Nutzererfahrung. Und es wird nicht besser. Im Gegenteil: 2026 spüren viele Menschen eine echte digitale Erschöpfung (digital…
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Dank Abonnements pleite?
Abos überall – die stille Komfortsteuer, die sich summiertFebruar 24, 2026 / 0 Kommentare (bisher) Abos sind heute allgegenwärtig. Man will einfach nur einen Film streamen – und muss erstmal durchforsten, bei welchem Anbieter er gerade läuft. Ist er bei Netflix? Disney+? Amazon Prime Video? Oder vielleicht doch nur auf Sky/WOW oder Paramount+? Bevor man sich versieht, hat man gleich mehrere Abos abonniert, weil man „irgendwann schon mal reinschaut“. Die monatlichen Beträge wirken erstmal harmlos: 10 Euro hier, 13 Euro da. Aber aufs Jahr gerechnet? Da wird’s richtig spürbar. Ich habe meinen KI-Kumpel einfach mal gefragt, welche Summen da in Deutschland aktuell (Stand Februar 2026) zusammenkommen könnten – bei den…
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Lerne warten ohne wahnsinnig zu werden – Teil 5: Das Ende
Heute ist es also endlich soweit. Der Kleiderschrank kommt. Irgendwann zwischen 10 und 14 Uhr soll er geliefert werden. Einen Monat hat es gedauert. Einen Monat Vorfreude und leise Zweifel. Ich muss noch den Kleiderständer aus dem Schlafzimmer holen, die Teppiche wegtun und dafür sorgen, dass nichts im weg steht. Tya wird sich wundern. Sie ahnt jetzt schon, dass etwas im Busch ist. Bei mir steigt die Nervosität. Das anvisierte Zeitfenster wurde dann doch noch nach hinten verlängert, aber dann klingelte es. Zwei Männer schleppten die Pakete hoch und montierten meinen Schrank. Wow! Das hat sich gelohnt. Jetzt noch abstauben, einräumen, fertig. Ja, die nächste Baustelle habe ich auch schon…
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Lerne zu warten ohne wahnsinnig zu werden – Teil 4: Social Media
Ich habe heute Social Media den Rücken gekehrt. Mein Account https://x.com/die60erin_de ist Geschichte. Warum? Ich habe keine Lust und Geduld mehr gegen einen übermächtigen Algorithmus anzukämpfen, der kleine Accounts gnadenlos unterdrückt. Nach Wochen und Monaten werden meine Beiträge nicht einmal meinen Followern angezeigt, ab und zu kommt ein Like, aber niemand antwortet. Schluss mit der Energieverschwendung! Die nutze ich lieber, um mein Leben zu verbessern, meinen Roman weiterzuschreiben und mich um meinen Hund zu kümmern. Ich brauche keine verzweifelten Postingaktionen, die niemanden erreichen. Dazu kommen die Themen Datenschutz, Desinformation, Hass und Hetze. FB, Instagram und andere Plattformen sind da nicht besser. Ich überlege ernsthaft meinen Instagramaccount ebenfalls zu löschen. WhatsAPP?…
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Warten lernen (ohne wahnsinnig zu werden) – Teil 3: Hope dies last
Lange Zeit war ich felsenfest überzeugt, dass in meinem Leben ohnehin nicht Gutes mehr passiert. Ich war 2017 in meine Wohnung eingezogen und besaß buchstäblich nur noch eine Luftmatratze, einen Schlafsack, ein wenig Kleidung und meinen Hund natürlich. Ich war am Rande der Verzweiflung. Meine Lebensträume waren geschmolzen wie Eis in der Sonne. Ich war zerbrochen. Das war es jetzt, dachte ich. Es bedurfte mehrerer Anläufe wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Aber auch die waren kein Weg aus der Armut. Dann kam der November 2020. Ich begann in einem Callcenter zu arbeiten. Der Lohn damals war mau, die Miete aber noch deutlich geringer und das Leben im allgemeinen…
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Warten lernen (ohne wahnsinnig zu werden) – Teil 2: Der Frühaufsteher
Es ist kurz nach 4 Uhr morgens. Tya beschließt, dass der Tag jetzt beginnt. Es ist ihr egal, dass ich nur höchstens sechs Stunden geschlafen habe und arbeiten muss oder mich einfach ausruhen möchte. Sie tigert hechelnd durch die Wohnung und das Tappen ihrer Pfoten auf dem Boden gibt meinem Schlaf den Rest. Heute ist wieder so ein Tag. Aufstehen am Sonntag um 4:15 Uhr. Um halb sieben habe ich schon eine große Runde mit ihr gemacht, gefrühstückt, Vokabeln gelernt und ein paar Absätze an meinem Roman Sanluz de Montarroyo geschrieben. Ganz ehrlich? Ich kann nicht mehr. Dieser Hund treibt mich zur Verzweiflung. Ich warte darauf, dass sie diese Phase…
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Warten lernen (ohne wahnsinnig zu werden) – Teil 1: Der Kleiderschrank
Manchmal ändern sich Pläne nicht, weil man unentschlossen ist – sondern weil Fristen nicht eingehalten werden. Dann heißt es warten. Ich warte derzeit auch, auf die Lieferung meines Kleiderschranks. Leider wird er nicht in zwei Wochen geliefert, sondern erst Ende Februar. Ich werde also noch ein bisschen länger im Chaos leben müssen. Es sind rund zwei Wochen, die meine Geduld gerade an ihre Grenzen bringen. Ich will doch nur eine gemütliche Wohnung. Warum muss das so schwer sein? Der Rest meiner Möbel ist auch schon reif für den Sperrmüll. Ich werde also noch reichlich Gelegenheit haben, mich als Einrichterin zu betätigen. Bis es soweit ist, mache ich Pläne. Zu Ostern…
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Otto – der Herr Kritiker
Otto ist mein innerer Kritiker.Ich stelle ihn mir als kleinen Buchhalter in einem Wettbüro vor. Er sitzt abseits, hat nichts zu melden, aber alles wird von ihm notiert. Otto setzt nie selbst.Er kommentiert nur: Verluste, Verzögerungen, verpasste Chancen. Hinterher weiß er immer, dass es so kommen musste. Früher habe ich ihm zugehört.Heute weiß ich: Otto darf mitschreiben – aber entscheiden tue ich. Otto meldet sich zuverlässig dann, wenn ich ohnehin schon am Limit bin.Er kommt nicht, wenn Dinge gut laufen. Er kommt, wenn Kartons im Weg stehen, Termine sich verschieben und Geduld eine endliche Ressource ist. Otto stellt sich mitten in den Raum, schaut sich um und sagt:„Siehst du? Das…
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Ein positiver Tagesbeginn
Heute ist Sonntag und Tya hat mich kurz vor halb sechs Uhr geweckt. Wenigstens durfte ich noch einen ersten Kaffee trinken, bis wir unsere erste Runde durch Bärendorf gemacht haben. Es war noch dunkel und der Vollmond stand noch hoch am Himmel. Nach ungefähr fünfundvierzig Minuten waren wir wieder zuhause. Tya hat sich ein Leckerli geholt und dann beschlossen weiterzuschlafen. Sie liegt jetzt auf dem Teppich neben meinem Bett und schläft tief und fest. Gerade eben habe ich ein Foto gemacht und sie hat es nicht bemerkt. Ich habe den Tag dann mit frisch aufgebackenen Brötchen begonnen und einem heißen Kaffee. Noch vor dem letzten Schluck habe ich überlegt, was…
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Ein Husky und fünfzehn Jahre
Meine Hündin Tya kam im Alter von achtzehn Monaten zu mir. Ein Angsthund, der sich buchstäblich vor dem eigenen Schatten fürchtete. Es dauerte lange, aber sie wurde selbstbewusster und fing an ihr neues Leben zu genießen. Seit dem sind viele Jahre ins Land gegangen und wir haben einige Abenteuer erlebt. Tya ist nun ein sehr alter Hund, der allmählich gebrechlich wird. Die Gelenke machen Probleme, sie hat eine sichtbare Linsentrübung, sie verändert sich charakterlich. Zum Beispiel ist sie extrem impulsiv. Ein zu Beginn entspannter Spaziergang kann schnell zum Sturz führen, wenn sie mal wieder beschließt vor mir die Seite zu wechseln oder ohne Vorwarnung die Straße queren zu wollen. Abends…













