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Schmerz – und wie ein einziger Spaziergang alles verändert
Die Lage Heute ist Sonntag. Ich habe etwas getan, das ich schon lange nicht mehr gemacht habe: eine Runde ohne meinen Hund. Einfach nur ich, meine Schritte und die Stille. Ich musste mir die Füße vertreten, frische Luft in die Lunge saugen und endlich wieder klar denken. Schon nach ein paar hundert Metern spürte ich, wie die Anspannung nachließ. Und dann geschah das Wunder: Die stechenden Schmerzen in meiner rechten Schulter, die mich seit Monaten quälen, wurden leiser. Nach gerade einmal einem Kilometer waren sie komplett verschwunden. Es klingt fast zu einfach, oder? Dabei ist dieser Schmerz kein Zufall. Er ist der tägliche Begleiter eines Lebens, das meinen Körper an…
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365 Tage, ein ganzes Jahr
Ein Freitag, der 13. – Mein 62. Geburtstag und die Magie der 365 Tage Wieder ist ein Jahr vergangen. Heute ist Freitag, der 13. März 2026, und genau vor 62 Jahren kam ich an einem ebensolchen Freitag, dem 13., auf die Welt. Ich sitze hier mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Torte, schaue aus dem Fenster und lasse die letzten Monate Revue passieren. Was haben mir diese 365 Tage eigentlich gebracht? Projekte loslassen – und trotzdem weitermachen Eines der größten Themen dieses Jahres war Loslassen. Ich habe ein langjähriges Projekt abgebrochen, das mir viel bedeutet hat. Schlimmer noch: Einen ganzen Roman habe ich in die Tonne gekloppt – komplett…
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Selbstfürsorge
Selbstfürsorge: Vom Automaten-Modus zurück ins eigene Leben Lange Zeit habe ich Selbstfürsorge komplett ignoriert. Ich habe funktioniert – mehr nicht. Mein Alltag im Homeoffice läuft seit Jahren nach einem festen Schema: um 6:30 Uhr startet der Rechner, um 15 Uhr wird er heruntergefahren. Dazwischen versorge ich meinen alten, kranken Hund, esse irgendetwas Schnelles und versuche, nachts genug Schlaf zu bekommen. Das war’s. Wo bleibe ich dabei? Die Frage habe ich mir jahrelang nicht gestellt – bis mein Körper mir die Antwort lautstark gegeben hat. Eines Morgens meldete sich meine Schulter mit stechenden Schmerzen, sobald ich mich auf die durchgelegene Matratze legte. Gleichzeitig spannte der Hosenbund unangenehm – ein unübersehbares Zeichen…
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Ein alter Hund, Schlaflosigkeit und Existenzangst
Ein alter Hund, schlaflose Nächte und die Angst vor dem Nichts Heute Morgen um kurz nach vier war es wieder so weit. Tya, meine alte Hündin, hat entschieden, dass die Nacht vorbei ist. Sie stand hechelnd im Flur, Durst in den Augen, ein bisschen Hunger im Bauch und ganz viel Unruhe in den Beinen. Ich kenne das Geräusch inzwischen besser als meinen Wecker: dieses leise, aber unnachgiebige Tapsen auf dem Laminat, gefolgt vom charakteristischen Hecheln, das sagt: „Ich bin wach – und du jetzt auch.“ Um Halb fünf war ich draußen. Um sechs saßen wir wieder zu Hause, ich mit Kaffee, sie mit ihrem Frühstück. Eigentlich könnte ein entspannter Homeoffice-Tag…
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Das Leben ist ein Abenteuer – und gerade fühlt es sich ziemlich verfahren an
Man sagt ja so schön: Das Leben ist ein Abenteuer. Klingt mitreißend, nach Aufbruch, nach großen Geschichten. In Wirklichkeit bedeutet es meistens: nichts ist vorhersehbar, die Wege machen merkwürdige Schleifen, und sehr lange Strecken führt scheinbar nirgendwohin. Man läuft einfach, weil man läuft. Und irgendwann fragt man sich, ob der ganze Marsch überhaupt einen Sinn hatte. Heute Morgen habe ich etwas gemacht, das sich gleichzeitig wie Befreiung und wie kleiner Tod angefühlt hat. Ich habe die Manuskriptdateien gelöscht. Endgültig. Kein Verstecken mehr in einem „vielleicht-später“-Ordner, kein heimliches Wiederherstellen aus dem Papierkorb. Weg. Isabella, Sergio und Elena – die Figuren, die mich jahrelang begleitet haben – existieren jetzt nur noch als…
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Warten lernen (ohne wahnsinnig zu werden) – Teil 2: Der Frühaufsteher
Es ist kurz nach 4 Uhr morgens. Tya beschließt, dass der Tag jetzt beginnt. Es ist ihr egal, dass ich nur höchstens sechs Stunden geschlafen habe und arbeiten muss oder mich einfach ausruhen möchte. Sie tigert hechelnd durch die Wohnung und das Tappen ihrer Pfoten auf dem Boden gibt meinem Schlaf den Rest. Heute ist wieder so ein Tag. Aufstehen am Sonntag um 4:15 Uhr. Um halb sieben habe ich schon eine große Runde mit ihr gemacht, gefrühstückt, Vokabeln gelernt und ein paar Absätze an meinem Roman Sanluz de Montarroyo geschrieben. Ganz ehrlich? Ich kann nicht mehr. Dieser Hund treibt mich zur Verzweiflung. Ich warte darauf, dass sie diese Phase…
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Ein positiver Tagesbeginn
Heute ist Sonntag und Tya hat mich kurz vor halb sechs Uhr geweckt. Wenigstens durfte ich noch einen ersten Kaffee trinken, bis wir unsere erste Runde durch Bärendorf gemacht haben. Es war noch dunkel und der Vollmond stand noch hoch am Himmel. Nach ungefähr fünfundvierzig Minuten waren wir wieder zuhause. Tya hat sich ein Leckerli geholt und dann beschlossen weiterzuschlafen. Sie liegt jetzt auf dem Teppich neben meinem Bett und schläft tief und fest. Gerade eben habe ich ein Foto gemacht und sie hat es nicht bemerkt. Ich habe den Tag dann mit frisch aufgebackenen Brötchen begonnen und einem heißen Kaffee. Noch vor dem letzten Schluck habe ich überlegt, was…
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Ein Husky und fünfzehn Jahre
Meine Hündin Tya kam im Alter von achtzehn Monaten zu mir. Ein Angsthund, der sich buchstäblich vor dem eigenen Schatten fürchtete. Es dauerte lange, aber sie wurde selbstbewusster und fing an ihr neues Leben zu genießen. Seit dem sind viele Jahre ins Land gegangen und wir haben einige Abenteuer erlebt. Tya ist nun ein sehr alter Hund, der allmählich gebrechlich wird. Die Gelenke machen Probleme, sie hat eine sichtbare Linsentrübung, sie verändert sich charakterlich. Zum Beispiel ist sie extrem impulsiv. Ein zu Beginn entspannter Spaziergang kann schnell zum Sturz führen, wenn sie mal wieder beschließt vor mir die Seite zu wechseln oder ohne Vorwarnung die Straße queren zu wollen. Abends…
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Wer schreibt hier eigentlich? Über mich!
Ich habe eine Weile überlegt, wie ich mich vorstellen soll. Ich möchte, dass ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt, aber ich will hier auch keinen Seelenstrip hinlegen. Mein Name ist Andrea Baer, ich bin 61 Jahre alt und versuche einen Blog aufzubauen, in dem ich meine Gedanken sortieren kann. Es gibt Tage, da möchte ich es machen wie Harold Fry – Tür auf, raus, Tür zu und einfach loslaufen. Diesen Impuls verspüre ich, seit ich vor einundzwanzig Jahren frisch geschieden aus Abu Dhabi zurückkehrte. Damals musste ich mich entscheiden: Deutschland, wo meine Mutter und meine Tante noch lebten? Oder Madrid, einem Bauchgefühl folgend, das ich nicht erklären…















