Ruine der Silvesterkapelle in Bochum Weitmar
Träume und Hoffnungen

Karfreitag

Heute ist Karfreitag. Für viele Christen der Tag der Trauer um das ultimative Opfer Jesu. Ich selbst habe im Laufe der Jahre den Bezug zum Glauben verloren. Für mich steht längst der stille Lauf der Jahreszeiten im Vordergrund.

Gerade jetzt löst der Frühling den Winter ab. Die Obstbäume blühen, und die letzten Krokusse, Schneeglöckchen und Osterglocken verabschieden sich langsam von der Bühne.

Gestern Abend saß ich hier und wurde plötzlich klar: Die letzten Monate habe ich am Rand einer depressiven Episode verbracht. Es ist nicht das erste Mal. Ich habe mich im reinen Funktionieren verloren, habe nicht mehr auf mich geachtet und mich selbst mit dem Satz „Stell dich doch nicht so an“ weitergetrieben.

Es geht so nicht mehr weiter.

Heute, am Karfreitag, wird mir bewusst: Ich habe mich selbst einem System geopfert, das nie gefragt hat, ob ich überhaupt Teil davon sein will. Meine Hoffnungen und Träume sind tot – ans Kreuz des wirtschaftlichen Überlebens genagelt.

Und jetzt stelle ich mir die Frage: Was davon lebt eigentlich noch? Und was ist wirklich gestorben?

Ich wünsche allen, die heute feiern, einen gesegneten und besinnlichen Karfreitag.

PS: Heute Morgen bin ich trotz Müdigkeit 6 km allein durch Bochum-Weitmar gelaufen. Es hat gut getan, aber ich habe gemerkt, wie sehr meine Kondition nachgelassen hat. Die Muskeln haben sich sofort gemeldet – ein kleiner Hinweis, dass ich mich in den letzten Monaten zu sehr im Funktionieren verloren habe.

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